Gitarre lernen

Akkorde

Wie lerne ich ein Stück oder eine Technik?

» Der Lehrer führt den Schüler zu dem gemeinsam ausgewählten Lernziel. «

Unterricht mit Lehrer

Der Lehrer stuft den aktuellen Stand und die Fähigkeiten des Schülers ein und wählt eine Methode um ein geeignetes Stück oder eine Technik in absehbarer Zeit zu lernen. Der Lehrer führt den Schüler zu dem gemeinsam ausgewählten Lernziel.

Grundsätzlich kann nach Gehör, mit Spielliteratur oder Lehrbuch unterrichtet werden und ist auch online möglich.

» Das Selbsterlernte kann positive Kräfte entfalten… «

Autodidaktisches Lernen

Mit der richtigen Selbsteinschätzung können Tutorials, Spielliteratur oder Lehrbuch selbstführend und selbstverantwortlich gelernt werden. Das Selbsterlernte kann positive Kräfte entfalten und auch einfacher zu kreativen Prozessen führen.

Um ein Stück oder eine Technik nachzuspielen, können selbstgewählte Lernprozesse eingesetzt werden. Vor möglichen Fehlentwicklungen oder einem Abbruch wird man nicht bewahrt. Wenn etwas nicht geht, kann es abgewandelt oder einfach weggelassen werden.

Online-Lernen

Mit Lernvideos (Tutorials) oder Online-Lektionen können Stücke oder Techniken im Internet mit Computer, Tablets oder Smartphones gelernt werden (E-Learning).

Lern-Berater

Für Autodidakten und dem Online-Lernen kann der Lehrer als Berater oder Coach hinzugezogen werden. Dieser kann dann Fragen beantworten und auch Gelerntes kontrollieren und auf einen entwicklungsfähigen Weg bringen. Solche Meetings können monatlich, vierteljährlich oder auch einmalig stattfinden.

Wie lerne ich das Begleiten?

» Aus dem Stegreif begleiten … «

»Aus dem Stegreif« begleiten, setzt die entsprechenden Spieltechniken und das Verständnis der musikalischen Strukturen voraus. Vorweg ist die Art des Stückes entscheidend: Gattung und Form, die dann praktisch mit Taktart und Tonart ergänzt wird.

» Elemente einer Begleitung ausprobieren, anpassen, weiter entwickeln … «

Elemente einer Begleitung ausprobieren, anpassen, weiter entwickeln … Dieser Prozess kann über Monate dauern und dann auch beispielsweise bei einem Vorspiel oder Aufnahme abgerufen werden.

Die Begleitung einer Melodie anzupassen heißt dagegen zu spielen, auszufüllen oder zu ergänzen und nicht zu »synchronisieren«. Eine einfach »groovende« Begleitung ist für viele Melodien geeigneter als eine mit überladenen Elementen (Bassläufe, Gegenrhythmen usw.). Allerdings gibt es auch Melodien die nur auf eine bestimmte Begleitform funktionieren, beziehungsweise eine bestimmte Art der Begleitung voraussetzten.

Das erstrebenswerte Ziel eines Begleiters ist, sich die Melodie zur Begleitung vorzustellen oder dazu zu singen … so gut es geht!

» … Dies merkt man selber nur, wenn man sich aufnimmt und dann anhört. «

Franz Eimer

Eine Begleitung sollte auch alleine gespielt gut klingen. Viele Feinheiten einer Begleitung können nur erkannt und aufeinander abgestimmt werden wenn keine Melodie dazu gespielt wird.

Spieltechniken

Im Wesentlichen gibt es drei unterschiedliche Begleittechniken die auf die verschiedenen Gattungen der alpenländischen Volksmusik angewandt werden.

  • Gerader Takt (2/4)
    • Boarischer (langsam)
    • Polka (schnell)
  • Ungerader Takt (3/4)
    • Landler (langsam)
    • Halbwalzer / Walzer (schnell)
  • Liedweisen
Form

Die Form eines Stückes wird durch die einzelnen Teile und den musikalischen Ablauf mit seinen Wiederholungen bestimmt. Beispielsweise die 3-teilig traditionelle Form: A A B B A C C A.

» Die Ausnahmen bestätigen die Regel. «

Grundsätzlich haben langsame Stücke eine 8-taktige und schnelle Stücke eine 16-taktige Struktur. »Die Ausnahmen bestätigen die Regel.«

Mit »gradaus« und »verkehrt« wird umgangssprachlich der harmonische Verlauf, beziehungsweise die Akkordfolge, bezeichnet. »Gradaus« beginnt mit der I. Stufe (Tonika) und »verkehrt« beginnt mit der V. Stufe (Dominante).

Durch die Struktur der harmonischen Folgen kann nach dem zweiten Takt der ganze Teil eines Stückes erkannt werden. Wer mögliche Ausnahmen kennt, kann deren Anzeichen im Voraus erahnen und darauf reagieren.

Gitarrenbegleitung

Die Gitarrenbegleitung verbindet Bass und Nachschläge. Das tragende Element ist der Bass, der auf den Grundschlägen gespielt wird und dann auch mit Wechselbässen, Bassdurchgänge, Bassläufe und Überleitungen variiert werden kann. Verzierungen und Gegenrhythmen sind weitere Elemente die hinzugefügt werden können.

Die Gitarre bevorzugt mit den Grundakkorden die Kreuz-Tonarten: C- G- D- A- und E-Dur. Die Be-Tonarten können bequem mit dem Kapodaster umgesetzt werden. Für Fortgeschrittene ist es auch möglich in den Lagen mit Barréakkorde zu begleiten.

» Ich wollte mir eigentlich die Freiheit bewahren, bei jedem mal Spielen, was anderes zu spielen. «

Klaus Karl
»Aus dem Stegreif begleiten«

Mit einem improvisatorischen Ansatz kann auch unvorbereitet eine unbekannte Melodie begleitet werden. Dies erfordert Erfahrung und sollte sich in einem gewohnt musikalischen Rahmen abspielen.

Der improvisatorischen Ansatz bezieht sich auf bausteinähnlichen Elemente die zur Begleitung hinzugefügt oder weggelassen werden können.

» … ziehen die Melodieinstrumente ein bisschen, die Begleiter bremsen minimal. Diese Spannung ergibt dann auch diesen speziell guten Rhythmus. «

Klaus Karl

Mehr über das Begleiten   ☞   Rubrik: INTERVIEWS

Griffwechsel bei Grundakkorden

» Die Methode zeigt wie Akkordwechsel, durch effizientes Üben, möglichst zeitnah zum Musizieren eingesetzt werden können. «

Die Bewegungsabläufe gilt es zu optimieren, so dass die Finger ökonomisch und gleichzeitig ins Ziel bewegt werden. Ökonomisch heißt: der kürzeste Weg mit einer flüssigen Umgreifbewegung. Gleichzeitig heißt: die verschiedenen Finger gleichzeitig in die gleiche oder entgegengesetzte Richtung zu bewegen.

  • Zuerst werden die Akkorde von den Noten/Tabulaturen oder den entsprechenden Akkorddiagrammen (Griffbilder) umgesetzt. Die Folge der Akkorde ergeben den Griffwechsel und zeigen den Weg der Finger von Akkord zu Akkord. Dieser Bewegungsablauf soll effizient geübt werden – kürzester Weg und gleichzeitiger Bewegungsablauf.
  • Die Finger sollten möglichst nahe am Bundstab greifen, damit der benötigte Druck gering gehalten werden kann und somit die Beweglichkeit erleichtert.
  • Beim Lernen eines Griffwechsels wird als erster Schritt die einzelnen Finger, auf dem kürzesten Weg und mit der kleinstmöglichen Bewegung, ins Ziel gebracht. Im zweiten Schritt werden dann diese Bewegungen gleichzeitig ausgeführt und automatisiert. Um die Steuerung der Finger zu kontrollieren sollten die Bewegungsabläufe sehr langsam, sozusagen in Zeitlupe und »trocken« (ohne die Saiten anzuschlagen), geübt werden.

Praktische Beispiele

Grundakkorde: C – Am

  • Finger 1 und 2
    • liegen lassen (rot eingekreist)
    • Greift Finger 2 nahe beim Bundstab, ruscht er beim Am-Akkord etwas weg um Finger 3 den nötigen Platz zu geben.
  • Finger 3
    • kürzester Weg
    • flüssige Bewegung
    • reversible Bewegung
      (hin und zurück Bewegen)

Grundakkorde: C – G7

  • Finger 1 (Finger 2 und 3 bleiben liegen)
    • kürzester Weg
    • von ② zur ① Saite
    • reversible Bewegung
  • Finger 2 und 3 (Finger 1 bleibt liegen!)
    • im Verbund (zusammen) bewegen
    • kürzester Weg
    • reversible Bewegung
  • zeitliche Koordination
    • zuerst nacheinander
      Finger 1 / dann Finger 2 und 3 im Verbund
    • gleichzeitig
      Finger 1 und Finger 2/3 (im Verbund) bewegen sich auseinander
    • reversible Bewegung
      Finger 1 und Finger 2/3 (im Verbund) bewegen sich gegeneinander

Grundakkorde: G – Am

  • Finger 4 weg (abheben)
  • Finger 2 (Finger 3 bleibt liegen!)
    • kürzester Weg: von ⑤ zur ④ Saite
    • reversible Bewegung
  • Finger 3 (Finger 2 bleibt liegen!)
    • kürzester Weg
    • flüssige Bewegung
    • reversible Bewegung
  • Finger 1 greift im 1. Bund ② Saite
  • zeitliche Koordination
    • zuerst nacheinander
      Finger 4 weg / dann Finger 2 und Finger 3 / dann Finger 1 hin
    • gleichzeitig
      Finger 4 weg, Finger 2/3 bewegen und Finger 1 hin
    • reversible Bewegung
      Finger 1 weg, Finger 2/3 bewegen und Finger 4 hin

Wie lerne ich eine Melodie?

Wie bei der Sprache lernt man nicht Buchstaben, sondern Wörter oder ganze Sätze auswendig und versucht auch den Sinn der Sätze zu verstehen. Ähnlich wie bei einem Gedicht können zuerst Strophe für Strophe oder vielleicht auch Zeile für Zeile gelernt und dann zusammengesetzt werden.

Auf die Musik übertragen heisst das: Nicht Noten sondern Phrasen auswendig lernen. Einerseits Technik durch das Üben automatisieren und andererseits Musik gehörmäßig erfassen. Das gehörmäßige Erfassen kann durch Nachsingen (so gut es eben geht) oder auch Nachsprechen (rhythmischen Aspekte) besser nachempfunden werden und so, nicht nur »auswendig«, sondern »inwendig« gespielt werden.

Melodie in Phrasen aufteilen

Beim lernen einer Melodie sind die musikalischen und technischen Aspekte gleichermaßen zu Berücksichtigen. Dies kann durch das Üben von überschaubaren ein- oder zweitaktige Phrasen miteinander verbunden werden. Da eine Phrase auf- oder volltaktig sein kann, sollte dies berücksichtigt werden.

Die Phrasen sollten vorab gesucht werden. Es ist nicht so entscheidend eine Phrasen „richtig“ zu erkennen oder einzuteilen, als vielmehr danach zu suchen. Der Baustein oder das Element Phrase ist sehr zweckmäßig zum Lernen einer Melodie. Später wenn die Melodie zusammengesetzt und ganzheitlich erfasst wird, kann sich der Höreindruck auch verändern. So ähnlich wie bei einem Hausbau wenn der einzelne Baustein zum Haus am gesamten Erscheinungsbild am Ende unbedeutend wird.

» Das Üben beginnt erst mit dem Wiederholen. «

Phrasen üben

Das Üben beginnt erst mit dem Wiederholen. Dass Wiederholungen möglichst fehlerfrei wiederholt werden können, setzt natürlich das flüssige, fehlerfreie Spiel der Vorlage voraus. Mehr als vier unmittelbare Wiederholungen braucht es dann nicht. Die Phrasen können aber mehrmals wieder hergeholt werden, sowohl in der gleichen Übungseinheit am gleichen Tag, als auch an den darauf folgenden Tagen.

Nachdem die einzelnen Phrasen geübt wurden, werden diese zusammengesetzt, um so den Ablauf der Melodie als Ganzes zu hören und zu verstehen.

» Von einem wiederholten Durchspielen ist abzuraten, wenn die einzelnen Phrasen nicht flüssig und fehlerfrei gespielt werden können. «

Durchspielen

Mit dem Durchspielen der Noten, von Anfang bis Ende, kann ein Überblick erzielt werden. Beim mehrmaligen Durchspielen werden »leichte Abschnitte« immer besser und »schwierige Passagen«, die nicht im Fluss fehlerfrei gespielt werden können, im Verhältnis zueinander immer schlechter. Von einem wiederholten Durchspielen ist abzuraten, wenn die einzelnen Phrasen nicht flüssig und fehlerfrei gespielt werden können.

Beim Versuch die Noten auf Anhieb flüssig Durchzuspielen werden oft Fehler in den "schwierige Passagen“ gemacht, sei es auch „nur“ durch das ins Stocken geratene Spiel. Dies ist für das wiederholte Durchspielen verhängnisvoll und kann auch Auswirkungen auf den späteren Vortrag haben.

Basismelodie

Die Basismelodie ist eine Melodie als Ausgang für das Spiel ohne »Zutaten«: Verzierungen, Umspielungen Varianten usw. Diese sollten dann später nach eigenen technischen und musikalischen Möglichkeiten eingesetzt werden.

Hören und Mitspielen

Das gleichzeitige Hören und Mitspielen einer Melodie gehört zum Lernen dazu und sollte als Zielsetzt angestrebt werden. Einer Melodie während dem Mitspielen zuzuhören, erfordert ein technisch automatisierter Ablauf, auch wenn eine Melodie zur Begleitung dazu gespielt wird.

mentales Training

Die Phrasen können nicht nur auf dem Instrument gespielen, sondern auch in der Vorstellung umgesetzt werden, möglichst weit weg vom Instrument. Mit etwas Übung können Lücken im „Auswendiglernen“ genauso gut aufgespürt und erkannt werden wie beim Spielen am Instrument.

Über den Gitarrenbau

Spielbarkeit

Eine Gitarre sollte sich mit der Greifhand auf dem Griffbrett gut spielen lassen. Hierzu ist eine optimale Saitenlage notwenig. Einfache Akkorde mit Leersaiten und Barréakkorde im 7. oder 9. Bund sollten sich "leicht" greifen lassen.

Die Saitenlage einer Gitarre hängt von der Einstellung der Saiten am Sattel und Steg ab. Eine gute Einstellung setzt ein Hals voraus, der nicht "verzogen" ist. Die Einstellungen können individuell vorgenommen werden und richtet sich auch nach der Saitenstärke, beziehungsweise Saitenspannung (engl.: low – medium – high tension).

Bundreinheit

Wichtig ist dass die Töne der Leersaiten zu den Tönen in den höheren Lagen (7. bis 12. Bund) stimmen und sich im Rahmen der Toleranz befindet. Dies lässt sich nach Gehör testen oder ganz objektiv mit einem chromatischen Stimmgerät (Toleranz: ±5 Cent, ab ±10 Cent wird es schon problematisch).

Besonders alte beziehungsweise historische Instrumente können eine sehr mangelhafte Bundreinheit aufweisen.

Klang

Der Klang einer Gitarre sollte bei hohen und tiefen Tönen ausgeglichen sein. Im direkten Vergleich ist die Wahrnehmung des Klangunterschieds von Gitarren am einfachseten zu beurteilen.

… und nicht nur die Gitarre selber spielen, sondern auch vorspielen lassen.

Design

Eine dunkle (Zedern) oder helle Decke (Fichte) ist eine Geschmacksache. Vor allem das Deckenholz hat Auswirkungen auf den Klang einer Gitarre. Natürlich und lang gelagertes Tonholz ist teurer als künstlich getrocknetes oder gar gesperrtes (Speerholz). Die Gitarrendecke sollte massiv sein und wenn es der Geldbeutel erlaubt auch der Boden und die Zargen. Hat die Gitarre einen Decken- und Bodenrand schaut es nicht nur schöner aus, es ist auch ein guter zweckmäßiger Schutz.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine Gitarre ab € 450.- sollte schon eine massive Decke und Decken- und Bodenrand haben – keine gemalten Fake-Ränder.

Eine Gitarre ab € 1.400.- sollte massive Tonhölzer für Decke, Boden und Zargen verwenden. Das Griffbrett sollte auf jeden Fall Palisander oder aus dem noch härteren Ebenholz sein.

Von einer Gitarre ab € 2.500.- ist schon mehr zu erwarten, sowohl von der Verarbeitung als auch vom Klang.

Eine Gitarre ab € 3.500.- hat ausgewählte Tonhölzer und eine Deckenlackierung aus Schellack. Ab dieser Preisklasse gibt es auch Meistergitarren von Gitarrenbauern, die Wert auf Handarbeit legen.