Alpenländische Volksmusik

Alpenländische Gitarre

 

Eine typische Spielweise der Gitarre ist vor allem in Oberbayern und Salzburg, im Allgäu und Tirol anzutreffen. Aus diesen Gegenden kommen mehrere hervorragende Gitarrenspieler, die im Gitarrenduo oder Gitarrentrio oder in anderen Besetzungen mit Gitarre spielen.
Mit Tobi Reiser, Sepp Eibl, Martin Schwab, Klaus Karl, Martin Kern, Wolfgang Neumüller und Sepp Hornsteiner seien nur einige genannt.

 

Die Melodien werden nach Gehör oder auch nach Noten nachgespielt und können auch "selbstgestrickt" sein.
Bei "Könnern" wird die "dritte Stimme" dazu improvisiert und die Begleitung "aus dem Hut gespielt".

Gitarrenworkshop 2016

Alpenländische Gitarrenmusik
Begleitung und Melodiespiel

mit
Rene Senn & Verzupft

Samstag 14. Mai 2016
16:00 - 17:30 Uhr

DRUMHERUM
Marienheim, 94209 Regen


 

Alpenländische Gitarrenmusik
 

Altbairische Gitarrenmusik

Altbairische Gitarrenmusik

Als Altbairisch ist ursprünglich der Dialekt gemeint und umfasst das altbairische Sprachgebiet: Alpen und Voralpenland Bayerns, Österreich und das Tirol (Südtirol)

Bauernmusi (1919)

Märsche, Tänze, Jodler und Schnaderhüpfel für zwei Melodie-Instrumente und Gitarre (Reimund Zodler und Rudolf Preiß)

Gilt als "Bibel" der bayerischen Volksmusikanten!
Sepp Eibl, Sepp Hornsteiner und Andere haben aus diesem Fundus (Bauernmusi / Folge 1 und 2) für Gitarrenduo oder Gitarrentrio Bearbeitungen geschrieben, beziehungsweise Arangements gespielt.

Verzeichnis meiner Bearbeitungen aus Bauernmusi:

  • Alte Landler
    Altbairische Gitarrenmusik / Gitarrenduo Folge 2
    (aus Bauernmusi: Folge 1 / Nr. 15 und 16)
  • Thernberger Hochzeitsstückln
    Altbairische Gitarrenmusik / Gitarrenduo Folge 3
    (aus Bauernmusi: Folge 2 / Nr. 12)
  • Landlerpartie in G
    Erster Tanz von »Fünf Steirische Tänze«
    (aus Bauernmusi: 2. Folge / Nr. 35)
  • Deutscher Tanz
    (aus Bauernmusi: 2. Folge / Nr. 21)

 

Sepp Eibl

Als Vertreter der altbairische Gitarrenmusik spielt Sepp Eibl aus alten Notenhandschriften (19. Jh.) die er gesammelt hat und stellt diese traditionell zu drei- oder mehrteiligen Stücken zusammen.

Ich hatte ihn erstmals an einem Gitarrenseminar in Herrsching '78 erlebt und war von seiner Musizierweise fasziniert. Nach meinen vergeblichen Bemühungen von den Stücken Noten zu erhalten, habe ich versucht sie nachzuspielen und aufzuschreiben. So gut ich konnte, notierte ich die Stücke und fügte Fingersätze hinzu, die es ermöglichten die Stücke im vorgegebenen Tempo und Phrasierungen zu spielen.
Als Vorlage dienten seine LPs gradaus und verkehrt, heute auch als CD erhältlich (Trikont 0128) und almerisch - landlerisch mit Gitarre und Zither.

Transkriptionen dieser altbayerischer Gitarrenstücke sind als Partitur in der konventionellen Notation (Standardnotation) und als Einzelstimmen (Stimmenauszug) mit Noten und Tabulaturen aufgeschrieben.
Siehe unter: Gitarrenduo / Gitarrentrio

 

Die Gitarre in Oberbayern

Die Gitarre in Oberbayern

Sepp Hornsteiner

In seinen Notenheften finden sich Stücke für das Gitarrentrio mit Bearbeitungen von Tobi Reiser und Franzi Schwab. Interessant sind die ausgeschriebenen Begleitungen und "dritte Stimmen".

 • A staade Musi 2 Hefte für 3 Gitarren (Musikverlag Preißler)
 • A lustige Musi 2 Hefte für 3 Gitarren (Musikverlag Preißler)

 

Wolfgang Neumüller

Siehe Rubrik: Interviews

 

Die Gitarre in Österreich

Die Gitarre in Österreich

Tobi Reiser

(*1907 †1974 ) war seit den 30er Jahren in Salzburg als Volksmusikant aktiv und spielte Gitarre und Geige.
Er gilt als Vorbild vieler bayerischen Musikanten. Seine Spielhefte mit den "ersten, zweiten und dritten 25" haben die alpenländische Volksmusik nachhaltig geprägt.
Das Salzburger Hackbrett (Chromatisches Hackbrett) wurde von ihm mit dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner entwickelt, das es fortan ermöglichte in jeder Tonart zu spielen.

Klaus Karl

Siehe Rubrik: Interviews

Stefan Hackl

Dr. phil., ist Lehrer am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum Salzburg/Innsbruck.
Er hat verschiedene Publikationen über "die Gitarre in Österreich" und insbesondere auch über die alpenländische Gitarrenmusik im Tirol veröffentlicht. Die Solostücke aus seinem Notenheft Zigeunerisch g'spielt sind außergewöhnlich für die alpenländische Volksmusik. 

 

Die Gitarre im Allgäu

Die Gitarre im Allgäu

Zwei der herausragendensten Allgäuer Volksmusikanten sind Rudl Motz († 1994) und Martin Kern.

Martin Kern

forscht in alten Musikantenhandschriften, schreibt eigene Stücke und versucht im Rahmen der "Instrumentalen Volksmusik", speziell auf der Gitarre, neue Wege zu gehen. Von ihm sind zahlreiche Notenhefte, Lehrbücher und Tonträgerproduktionen veröffentlicht.

 

Gitarrenbau
 

Kriterien im Gitarrenbau

Übersicht zur Beurteilung einer Klassikgitarre

  • Spielbarkeit
  • Bundreinheit
  • Klang
  • Design
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Alpenländische Gitarren

 

Spielbarkeit

Eine Gitarre sollte sich mit der Greifhand auf dem Griffbrett gut spielen lassen. Hierzu ist eine gute Saitenlage notwenig, so dass sich praktisch einfache Akkorde mit Leersaiten und Barréakkorde im 7. oder 9. Bund gut greifen lassen.

Die Saitenlage einer Gitarre hängt von der Einstellung der Saiten am Sattel und Steg ab. Voraussetzung für eine gute Einstellung ist ein "gerader" Hals. Die Einstellungen können individuell vorgenommen werden und richtet sich auch nach der Saitenstärke beziehungsweise Saitenspannung (engl.: low, medium und high tension).

Bundreinheit

Wichtig ist dass die Töne der Leersaiten zu den Tönen in den höheren Lagen (7. bis 12. Bund) stimmen und sich im Rahmen der Toleranz befindet. Dies lässt sich einfach nach Gehör testen oder ganz objektiv mit einem chromatischen Stimmgerät (Toleranz: ±5 Cent, ab ±10 Cent wird es schon problematisch).
Insbesonders alte beziehungsweise historische Instrumente können eine sehr mangelhafte Bundreinheit aufweisen.

Klang

Der Klang einer Gitarre sollte bei hohen und tiefen Tönen ausgeglichen sein.
Im direkten Vergleich ist die Wahrnehmung des Klangunterschieds von Gitarren am einfachseten zu beurteilen.

... und nicht nur die Gitarre selber spielen, sondern auch Vorspielen lassen.

Design

Eine dunkle (Zedernholz) oder helle Decke (Fichtenholz) ist immer eine Geschmacksache. Die Wahl der Decken- und Bodenhölzer wirkt auch auf den Klang einer Gitarre. Natürlich und lang gelagertes Tonholz ist teurer als künstlich getrocknets oder gar gesperrtes (Speerholz). Die Gitarrendecke sollte massiv sein und wenn es der Geldbeutel erlaubt auch der Boden und die Zargen. Hat die Gitarre einen Decken- und Bodenrand schaut es nicht nur schöner aus, es ist auch guter zweckmässiger Schutz.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine Gitarre ab 400.- EUR sollte schon eine massive Decke und Decken- und Bodenrand haben und keine angemalten Ränder.

Eine Gitarre ab 1.200.- EUR sollte massive Tonhölzer für Decke, Boden und Zargen verwenden. Das Griffbrett sollte auf jeden Fall Palisander oder aus dem noch härteren Ebenholz sein.

Von einer Gitarre ab 2.500.- EUR ist schon mehr zu erwarten, sowohl von der Verarbeitung als auch vom Klang.

Eine Gitarre ab 3.500.- EUR können ausgewählte Tonhölzer verwendet werden und einer Lackirung die aus einer Schellackpolitur besteht.
Ab dieser Preisklasse gibt es auch Meistergitarren von Gitarrenbauern die Wert auf Handarbeit legen. Beispielsweise werden die Zargen von Hand gebogen.

Tips zum Gitarrenkauf

Falls die Saitenlage am Sattel nicht gut eingestellt ist, kann man einem Kapodaster im 1. Bund aufsetzten und dann testen und die Saitenlage noch vor dem Kauf einstellen lassen.

Die Gitarre kann in den Höhen mit einer unspektakulären Melodie in den Lagen auf der 1., 2. und 3. Saite, in den Tiefen mit einer einfachen Bassmelodie in der 1. Lage mit Leersaiten auf den 6., 5. und 4. Saite und mit einem einfachen Stück mit Leersaiten in der 1. Lage getestet werden.

Alpenländische Gitarren

Grunsätzlich gibt es keine bestimmten Fabrikate oder Modelle für das Musizieren im alpenländischen Raum. Sehr wohl können einheimische Gitarrenbauer und einheimische Klanghölzer berücksichtigt beziehungsweise bevorzugt werden.

Eine geeignete Gitarre für die Alpenländische Gitarrenmusik sollte für die Begleitung in den Bässen und für das Melodiespiel in den hohen Lagen gut klingen.

Meine Empfehlung: