Notation für Gitarre

Lieder

» In einer möglichst kurzen Übersicht erklärt! «

Standardnotation

Tonraum und Zeitraum


Tonraum / Tonhöhe

Die Standardnotation hat fünf Notenlienien. Die Noten werden in der alphabetische Reihenfolge notiert – A B C D E F G (englisch) oder A H C D E F G (deutsch). Der Ausgangston des Notensystems ist C.

Tonarten

Neben der Grundtonart C-Dur, die weder ein Kreuz noch ein B hat, gibt es sechs Kreuz- und sechs B-Tonarten. Die Tonarten werden durch die Vorzeichen angegeben. Die Tonartbezeichnungen sind genormt, so daß die Kreuze und Bs immer in der gleichen Reihenfolge auftreten.

Kreuz-Tonarten
Reihenfolge der Kreuze: fis - cis - gis - dis - ais - eis - cis

B-Tonarten
Reihenfolge der Bs: b - es - as - des - ges - ces - fes


Zeitraum / Tonlänge / Tempo

Notenwerte

Die Dauer einer Note wird durch den Kopf, Hals und Balken oder Fähnchen gekennzeichnet.

Taktarten

Die Taktangabe (4/4-Takt) gibt im Zähler die Anzahl (4) und im Nenner die Einheit (Viertel Noten) der Noten enes Taktes an. Die häufigsten Taktarten sind 4/4-, 3/4-, 2/4-, 2/2-, und 6/8-Takt.

Der Vier-Viertel-Takt (4/4) wird auch mit der Abkürzung eines halben Kreises und der Zwei-Halb-Takt (2/2) mit dem durchgestrichenen halben Kreis gekemnnzeichnet.

Tempo

Das Tempo legt sozusagen die "Geschwindigkeit" der Musik fest, beziehungsweise wie schnell ein Stück gespielt werden soll.

Die relative Tempobezeichnung kann vereinfacht in schnell (allegro), mittel (moderato) und langsam (lento) unterteilt werden, vergleichbar mit dem Puls (Herzschläge) oder Gehbewegung (schnelles, mittleres und langsames Gehen).

Das absolute Tempo wird mit dem Metronom festgelegt: bpm (beats per minute) = Schläge pro Minute.

langsames Tempo = ca. 60 bpm
mittleres Tempo = ca. 80 - 100 bpm
schnelles Tempo = ca. 120 bpm

Tabulatur

Die Tabulatur (TAB) hat sechs Linien, die die Saiten der Gitarre darstellen. Die oberste Line ist die ① Saite mit dem höchsten Ton und die unterste Linie die ⑥ Saite mit dem tiefsten Ton. Die Zahlen auf den Linien geben die Bünde an, die auf dieser Saite gegriffen werden.

Die Tabulatur unter der Standardnotation ist grundsätzlich mit dieser verbunden. Die Tabulatur zeigt wo die Töne der Standardnotation auf dem Griffbrett zu finden sind — Saite und Bund. (Kein Fingersatz!)

Tonart, Taktart, Notenwerte, Akkorde, Fingersatz… sind nur in der Standardnotation notiert.

Vereinfachte Notationen

Leadsheet

Vereinfachte Notationsweise eines Stückes, bestehend aus der Melodie und den Harmonien als Akkordsymbole.

Notenbeispiel

Chordsheet

Notation eines Stückes mit seinem harmonischen Verlauf (Akkordfolge) und seiner Form.

Notenbeispiel

Fingersatz

Der Fingersatz ist sozusagen der Wegweiser zum Spielen der Noten. Er zeigt wie und wo die Töne auf der Gitarre gegriffen und angeschlagen werden.

Anschlagshand (rechte Hand)

Die Anschlagshand wird mit den lateinischen Anfangsbuchstaben der Finger bezeichnet.

Fingersatzzeichen der Anschlagsfinger

p  = Daumen (lat. pollex)
i   = Zeigefinger (lat. index)
m = Mittelfinger (lat. medius)
a  = Ringfinger (lat. anularius)
 

Zeichen für Ab- und Aufschlag

Für den Anschlag mit dem Plektrum und für rhythmische Anschläge mit den Fingern werden folgende Zeichen verwendet:

Greifhand (linke Hand)

Fingersatzzeichen der Greiffinger

0 = Leersaite
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleiner Finger

Fingersatzzeichen der Saiten

① = 1. Saite (e1)
② = 2. Saite (h)
③ = 3. Saite (G)
④ = 4. Saite (D)
⑤ = 5. Saite (A)
⑥ = 6. Saite (E)

 

Das Notenbeispiel mit Fingersatz zeigt an, mit welchem Finger (Zahl vor der Note) auf welcher Saite (Zahl im Kreis) gespielt wird.

Lagenbezeichnungen

Die Position der Greifhand wird als Lage bezeichnet und mit römischen Ziffern angegeben. Die Lage bezieht sich auf den Zeigefinger (1). Entsprechend sortieren sich die restlichen Finger in die nächsten Bünde. Zu dieser normativen Lage gibt es auch Ausnahmen – Streckungen (Spreizungen) und Zusammenzüge.

I    = 1. Lage
II   = 2. Lage
III = 3. Lage
IV = 4. Lage usw.

Barrébezeichnungen

Großes Barré oder Quergriff des Zeigefingers (1) über alle 6 Saiten, wird mit C (span. Ceja = Barré) bezeichnet:

C IV = Großes Barré im 4. Bund

Kleines- oder mittleres Barré oder Quergriff über 2, 3 oder 4 Saiten, wird mit ½C bezeichnet:

½C IV = Kleines Barré im 4. Bund

Akkordsymbole

Akkorde sind Griffe, die mittels den Akkordsymbolen und den entsprechenden Akkorddiagrammen auf der Gitarre umgesetzt werden.

Die Akkordsymbole, beziehungsweise die Akkordbezeichnungen, setzen sich aus den Akkordnamen, der zugleich auch der Grundton des Akkordes ist, und den Zusatzbezeichnung zusammen.

Tonnamen

Die einfachen Tonnamen der Grundakkorde werden nach den sieben Stammtönen des Tonsystems benannt. Die Standartbezeichnung für Akkorde ist in Englisch und verwendet für den deutschen Tonnamen H das englische B.

C D E F G A H (deutsch)
C D E F G A B (englisch)

Beachte: H (deutsch) = B (englisch)

Zusatzbezeichnungen

Durakkorde haben keine Zusatzbezeichnung.
Beispiel: C = C-Dur / umgangssprachlich: "C"

Mollakkorde haben die Zusatzbezeichnung: m.
Beispiel: Am = A-Moll / umgangssprachlich: "A-Moll"

Dominantseptakkorde haben die Zusatzbezeichnung: 7.
Beispiel: G7 = G-Dominantseptakkord / umgangssprachlich: "G sieben"
Beispiel: B7 = H-Dominatseptakkord / umgangssprachlich: "H-Sieben"

Weitere Zusatzbezeichnungen und deren Regeln werden in der Akkordlehre erklärt.

Basston

Ist in einem Akkord ein anderer Ton als der Grundton im Bass, kann dieser zusätzlich bezeichnet werden: C/G (Akkord - Schrägstrich - Basston), umgangssprachlich: "C mit G im Bass".

Akkorddiagramme

Ein Akkorddiagramm ist ein Griffbild und zeigt vereinfacht das Griffbrett der Gitarre so, als würde diese senkrecht an der Wand hängen. In manchen Akkordtabellen wird das Griffbrett auch waagerecht dargestellt.

Saiten und Bünde

Die oberste, waagrechte Linie ist etwas dicker und stellt den Sattel dar. Die darunterliegenden, dünneren Linien sind die Bünde.
Die senkrechten Linien sind die sechs Saiten: links die tiefstklingende (dickste) und ganz rechts die höchstklingende (dünnste) Saite.

Griffbild

Die schwarzen Punkte zeigen die zu greifenden Saiten in den entsprechenden Bünden an. Eine Leersaite wird mit einem Kreis über dem Sattel gekennzeichnet. Ein X über dem Sattel bedeutet dass die Saite nicht angeschlagen werden soll. Ist weder ein Kreis noch ein X vorhanden kann die Saite optional (wahlweise) angeschlagen werden. Der Fingersatz der Greifhand wird unter dem Diagramm zu den entsprechenden Saiten angegeben.

Fingersatz der Greifhand:

0 = Leersaite
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleiner Finger

Die Leersaite wird im Griffbild mit einem Kreis und in den Noten oder Tabulaturen mit der Zahl 0 angegeben.

Kleines Barré

Ein Barré ist ein Quergriff, der vor allem mit dem Zeigefinger über mehrere oder über alle Saiten greift. Im folgenden Beispiel (F-Durakkord) greift der Zeigefinger ein kleines Barré über die erste und zweite Saite. Dies ist sowohl an der Klammer über dem Sattel als auch am Fingersatz der Greifhand zu erkennen.

Barréakkorde

Barréakkorde sind verschiebbare Akkorde und können problemlos vom 1. bis zum 10. Bund verschoben werden.
Die Klammer über dem Sattel zeigt das Barré über sechs Saiten an. Die Zahl rechts, neben dem Griffbild gibt den Bund an. Die Bundangabe entspricht der Lagenbezeichnung: 3. Bund = III Lage.

Lagenakkorde

Lagenakkorde sind verschiebbare Akkorde ohne Barré. Diese können auch problemlos bis zum 10. Bund verschoben werden. Die mit einem X gekennzeichneten Saiten sollen, durch schräges Aufsetzen der Greiffinger, gedämft werden.

Kapodaster

Kapodaster

Das Spielen mit einem Kapodaster (Capo) kann verschiedene Gründe haben:

  • Transponieren der Begleitungen, um die Tonhöhe (Tonart) der Singstimme anzupassen, ohne die Griffweise der Akkorde zu verändern.
  • Transponieren eines Instrumentalstückes, damit es höher und somit »leichter« klingt.
  • Mit aufgesetztem Kapodaster klingen Leersaiten und gegriffene Saiten ausgeglichener.
  • Bei schlecht eingestellter Saitenlage am Sattel, kann durch das aufsetzen des Kapodaster eine optimale Einstellung erzielt werden.

Wie oft angenommen, ersetzt der Kapodaster nicht die Barréakkorde.

» Es klingt anders als notiert! «

Notation mit Kapodaster

Mit einem Kapodaster wird die Gitarre zu einem transponierenden Instrument. Zwischen Notation und Klang ist ein Unterschied – die Notation ist relativ (notiert), der Klang ist absolut (klingend). Es klingt anders als notiert!

Wird der Kapodaster beispielsweise im 4. Bund aufgesetzt (Capo IV) entsprechen die Leersaiten dem vom Kapodaster »gegriffene« 4. Bund. Wird auf der ⑤ Saite im 3. Bund der Ton c gespielt, klingt absolut der im 7. Bund gegriffene Ton e.

Der Akkord C, mit Kapodaster im 4. Bund, klingt als E.

Um diesen Vorgang besser zu verstehen, sind Grundkenntnisse über die Töne auf dem Griffbrett sehr hilfreich.

Tipp: Töne auf dem Griffbrett (Rubrik: Gitarre nach Noten spielen)   ☞

Wiederholungen

Einfache Wiederholung

Wiederholung mit erster und zweiter Klammer (Endung)

Da Capo al Fine
Von Anfang bis Ende (Fine)

Da Capo al Coda
Von Anfang bis Coda (Codazeichen)

Dal Segno al Coda
Von Segno (Segnozeichen) bis Coda (Codazeichen)

Dal Segno al Fine
Von Segno (Segnozeichen) bis Ende (Fine)

Faulenzer
eintaktige Wiederholung – zweitaktige Wiederholung

Klingende Noten

ScoreCloud ist eine Web-App, die Noten in klingende Töne umsetzten kann (Keine Musik!).

Transponieren

Die Noten und dazugehörenden Akkorde können in jede Tonart transponiert werden, was besonders bei Liedern sehr hilfreich ist, wenn diese an die eigene Stimmlage angepasst werden sollen.

Tempo

Das Tempo der Wiederabe kann langsamer oder schneller eingestellt und so den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.