Akkorde

Akkorde

Akkorde sind Griffe, die mittels den Akkordsymbolen und den entsprechenden Akkorddiagrammen auf der Gitarre umgesetzt werden. Um die unzähligen Möglichkeiten von Akkorden überschaubar zu halten, teile ich sie in Grundakkorde und Barréakkorde ein. Von den Barréakkorden werden dann theoretisch und praktisch die Rock- und Jazzakkorde abgeleitet.

Theoretisch besteht ein Akkord aus mindestens zwei Tönen eines Zwei-, Drei-, Vier- oder Mehrklangs. Die einzelnen Töne können dann bei den praktischen Akkordgriffen verdoppelt oder verdreifacht werden. Die Akkordlehre befasst sich eingehender mit der Deutung von Akkordsymbolen und dem Aufbau von Akkorden.

Akkordsymbole

Die Standartbezeichnung für Akkorde ist in Englisch. Die Akkorde werden nach ihrem Grundton benannt und können Zusatzbezeichnung haben, wie beispielsweise m für Moll oder 7 für Dominantseptime.

▼ Tonnamen

Stammtöne

Die sieben Stammtöne unseres Tonsystems werden mit Buchstaben bezeichnet. Die Standartbezeichnung verwendet für den deutschen Tonnamen H das englische B.

C D E F G A H (deutsch)
C D E F G A B (englisch)


Abgeleiteten Töne

Abgeleitete Töne werden von den Stammtönen abgeleitet. Es gibt erhöhte und erniedrigte abgeleitete Töne.

Bei den erhöhten Tönen wird die Silbe -is angehängt. Die Standartbezeichnung in Englisch verwendet das Kreuz-Notenzeichen # (sharp). Beispielsweise heißt der Ton Cis in Englisch C sharp.

Cis Dis Eis Fis Gis Ais His (deutsch)
C# D# E# F# G# A# B# (englisch)

Bei den erniedrigten Tönen wird die Silbe -es angehängt. Ausnahmen sind: Es (Ees), As (Aes) und das erniedrigte H heißt in Deutsch B (Hes) und kann mit dem B in Englisch verwechselt werden.
Die Standartbezeichnung in Englisch verwendet das Be-Notenzeichen b (flat). Beispielsweise heißt der Ton Ces in Englisch C flat.

Ces Des Es Fes Ges As B (deutsch)
Cb Db Eb Fb Gb Ab Bb (englisch)

Beachte:
H (deutsch) = B (englisch)
B (deutsch) = Bb (englisch)


▼ Zusatzbezeichnungen

Durakkord

Der Durakkord hat keine Zusatzbezeichnung.

Beispiele:
C = C-Dur / umgangssprachlich: C (engl. C)
F# = Fis-Dur / umgangssprachlich: Fis (engl. F sharp)
Ab = As-Dur / umgangssprachlich: As (engl. A flat)


Mollakkord

Zusatzbezeichnung: m

Beispiel:
Cm = C-Moll / umgangssprachlich: C-Moll (engl. C minor)
G#m = Gis-Moll / umgangssprachlich: Gis-Moll (engl. G sharp minor)
Bbm = B-Moll / umgangssprachlich: Be-Moll (engl. B flat minor)


Dominantseptakkord

Zusatzbezeichnung: 7

Beispiel:
C7 = C-Dominatseptakkord / umgangssprachlich: C-Sieben (engl. C seven)
A#7 = Ais-Dominatseptakkord / umgangssprachlich: Ais-Sieben (engl. A sharp seven)
B7 = H-Dominatseptakkord / umgangssprachlich: H-Sieben (engl. B seven)

Akkorddiagramme

Ein Akkorddiagramm ist ein Griffbild und zeigt vereinfacht das Griffbrett der Gitarre so, als würde es senkrecht an der Wand hängen. In manchen Akkordtabellen wird das Griffbrett auch waagerecht dargestellt.

» Was ist oben und was ist unten? «

Folgt man den Begriffen »oben« und »unten«, oder »hoch« und »tief«, wird in vielen Beschreibungen und Darstellungen der Saiten und Bünde die Augenperspektive angenommen: »oben« ist was oben liegt und »unten« ist was unten liegt. Beispielsweise ein Klavierspieler wird ganz unbedarft die Hörperspektive annehmen: »oben« ist was hoch klingt und »unten« ist was tief klingt.
Was ist richtig?
Zunächst sollte einfach bei den widersprüchlichen Deutungen kein Missverständnis entstehen. Richtig ist die Hörperspektive, weil sie der Notendarstellung folgt und auch den professionellen Ansprüchen gerecht wird. Also: »oben« ist was hoch klingt und »unten« ist was tief klingt.

▼ Akkorddiagramme

Saiten und Bünde

Die oberste, waagrechte Linie ist etwas dicker und stellt den Sattel dar. Die darunterliegenden, dünneren Linien sind die Bünde.
Die senkrechten Linien sind die sechs Saiten: links die tiefstklingende (dickste) und ganz rechts die höchstklingende (dünnste) Saite.

Griffbild

Die schwarzen Punkte zeigen die zu greifenden Saiten in den entsprechenden Bünden an. Eine Leersaite wird mit einem Kreis über dem Sattel gekennzeichnet. Ein X über dem Sattel bedeutet dass die Saite nicht angeschlagen werden soll. Ist weder ein Kreis noch ein X vorhanden kann die Saite optional (wahlweise) angeschlagen werden. Der Fingersatz der Greifhand wird unter dem Diagramm zu den entsprechenden Saiten angegeben.

Fingersatz der Greifhand:
0 = Leersaite
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleiner Finger

Die Leersaite wird im Griffbild mit einem Kreis und in den Noten oder Tabulaturen mit der Zahl 0 angegeben.

Kleines Barré

Ein Barré ist sozusagen ein Quergriff, der vor allem mit dem Zeigefinger über mehrere oder über alle Saiten greift. Im folgenden Beispiel (F-Durakkord) greift der Zeigefinger ein kleines Barré über die erste und zweite Saite. Dies ist sowohl an der Klammer über dem Sattel als auch am Fingersatz der Greifhand zu erkennen.

Barréakkorde

Barréakkorde sind verschiebbare Akkorde (movable chords) und können vom 1. bis zum 10. Bund verschoben werden, auf der Westerngitarre sogar bis zum 12. Bund.
Die Klammer über dem Sattel zeigt das Barré über sechs Saiten an. Die Zahl rechts oben, neben dem Griffbild gibt den obersten Bund an. Die Bundangabe entspricht der Lagenbezeichnung: 3. Bund = III Lage. (Die Lagenbezeichnung wird mit römischen Ziffern angegeben.)

Jazzakkorde

Jazzakkorde sind wie Barréakkorde auch verschiebbare Akkorde (movable chords). Bei diesen typisch drei- oder vierstimmigen Akkorde sollen die mit einem X gekennzeichneten Saiten mit der linken Hand gedämpft werden. Die Greiffinger können durch schräges aufsetzten die benachbarten Saiten dämpfen.
Die Bundangabe oben rechts, neben dem Griffbild entspricht der Lagenbezeichnung: 5. Bund = V Lage. (Die Lagenbezeichnung wird mit römischen Ziffern angegeben.)

Grundakkorde

Grundakkorde gehören zu den einfachen Grundlagen (Basics) des Gitarrenspiels und werden vorwiegend zum Begleiten von Liedern oder Songs verwendet.

Durakkorde

Dominatseptakkorde

Mollakkorde